Von Freiheit träumen (AT)

Als Hebamme in der Westsahara

in Arbeit )


Inhalt

In dem erzählten Sachbuch erzählt die Hebamme und Lehrtätige Ursula Walch in mehreren berührenden, dramatischen, aber auch humorvollen Episoden von ihren Reisen in die saharauischen Flüchtlingslager, ihrer Tätigkeit als Hebamme, Trainerin und Projektleiterin, und dem Abenteuer des Gebärens fernab der westlichen Schulmedizin und Krankenhausroutine. Unterhaltsam schildert sie die Aufenthalte inmitten des Beduinenvolkes, das Leben mit den Familien im Zelt und das Überleben inmitten dieser feindlichen Umwelt. Hauptfigur ist die erfahrene und reiselustige Hebamme selbst, die um die viertausend Geburten in verschiedenen Ländern und Kontinenten begleitet hat. Anhand von außerklinischen Einsätzen und Zwischenfällen gibt sie nicht nur Einblick in die abwechslungsreiche Arbeit der Beduinenhebammen vor Ort, sondern verdeutlicht auch in authentischen, lebendigen Dialogen die Situation der Frauen in der traditionalistischen islamischen Gesellschaft.

Als die österreichische Volkshilfe ein großes Hilfsprojekt in den Flüchtlingslagern der ehemals spanischen Westsahara beschloss, zog sie die erfahrene Hebamme aus Graz bei. Die umtriebige Lehrhebamme an der Fachhochschule und Mutter von vier Kindern ist nicht nur spanischsprachig, sondern auch Hausgeburtshebamme und hat Erfahrung mit Auslandseinsätzen in Europa und Lateinamerika. In dem sich über drei Jahre erstreckenden Projekt „Verbesserung von reproduktiver Gesundheit und sozio-ökonomischen Status von Frauen in den saharauischen Flüchtlingslagern“, bei dem sie zwischendurch auch die Projektleitung übernimmt, hat sie nicht nur unmittelbar als Hebamme zu tun. Neben ihrer Arbeit mit den großteils analphabetischen traditionellen Hebammen übernimmt sie zeitweise das mühsame Managen und Umsetzen der Projektziele vor Ort, zu denen sowohl der Ankauf einer Rettung wie auch der Bau von Gesundheitszentren zählen, wobei die Traditionen und der faszinierende Rhythmus der Wüste nicht zu kurz kommen. Mit Humor und Empathie gibt sie Einblick in die Probleme der Frauen, die in einer fast aussichtslosen Situation das Leben in totaler Abhängigkeit von internationaler Hilfe meistern müssen: es ist die Situation eines vergessenen Volkes...

Die folgenden Kapitel sind chronologisch aufgezählte Reiseepisoden, in denen atmosphärisch dicht und berührend nah in verschiedenen Lagern unterschiedliche Einsätze und Aktivitäten beschrieben werden. Aber nicht nur Umfeld und Akteure wechseln. Jede Reise ist einzigartig und birgt Zwischenfälle und Abenteuer, was die Episoden spannend, auf jeden Fall aber kurzweilig macht.

  • Vom Stolz der Beduinen

Hier bittet man nicht um Hilfe - Jeder will sich zum Jesus der Entrechteten machen

 

  • Ohne Tee geht gar nichts

Männer schütten sich von früh bis spät mit grünem Tee zu.

 

  • Das Unfassbare geschieht: ein Regentropfen, vielleicht auch zwei. Panik bricht aus.

Leichte logistische Engpässe – kein Strom, kein Brot, kein Telefon – sind die Folge.

Bei den NGOs.

 

  • Sandsturm

Die Geschichte fängt an etwas dichter zu werden

 

  • Skorpione und Cucarachas

Mit ein paar Stamperln Adrenalin im Blut schläft es sich nicht gut

 

  • Testosteron und Vasopressin

Wüstenkrieger haben ein dynamisches Verhältnis zur Wahrheit

 

Das Buch entwirft also ein Panorama von der Welt der Frauen und des Gebärens in einer fernen Kultur und Weltregion. Aber nicht nur das, auch vom – fakultativen wie disponierten - Zugang zu medizinischer Versorgung und vom Umgang mit westlichen Werten. Ein saharauisches Sprichwort trifft die Lebensphilosophie dieses Volkes: „Ihr habt die Uhren, wir haben die Zeit.“

Bücher oder Filme zum Thema Gebären und Geburtshilfe oder Reisedokus und Projektberichte richten normalerweise ihren Fokus auf Aufklärung und Information. Dieses Buch dagegen möchte in unterhaltender Erzählform darüber berichten, wie bereichernd es für beide Seiten sein kann zuzuhören und sich in liebevollem Respekt zu nähern.

 

 

© by Ursula Walch